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Merkur-Siedlung am Pöstlingberg: Nicht schon wieder!

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  • vor 1 Tag
  • 3 Min. Lesezeit

„Warum landet so ein Anti-Klimaprojekt überhaupt am Tisch der Planungsabteilung?” ist Lorenz Potocnik genervt. „Ich dachte, wir hätten das vor 9 Jahren endgültig erledigt.“ Bereits 2016 hat die WEGRAZ versucht, das Grundstück in der Merkur-Siedlung zu verwerten. Geplant war eine sehr große Wohnanlage mit Tiefgarage. Mitten im Grünland. „Offenbar probiert sie es jetzt, neun Jahre später, einfach noch einmal. Dabei haben sich die Planer nicht einmal die Mühe gemacht, die Garage neu zu entwerfen. Das legt leider den Verdacht nahe, dass die Garage nur der Anfang, sprich ein trojanisches Pferd ist. Einmal versiegelt und zubetoniert, ist es nur noch ein kleiner Schritt, obendrauf zu bauen“, so der Stadtentwickler. „Das ist mies.” 


Leider ‚erlaubt‘ der gültige, 20 Jahre alte Bebauungsplan dieses Anti-Stadtklimaprojekt. Darum muss hier so schnell wie möglich ein Neuplanungsgebiet her! “Genau das fordere ich in der nächsten Gemeinderatssitzung am 24. April. Dann kann das wichtige Gebiet entsprechend den städtischen Zielen (Stadtklima, MIV reduzieren) geschützt werden.“  

Über 2.000 m2 gewachsenen Boden und somit "kühles" Potential würden vernichten.


Trojanisches Pferd

Erneut versucht die WEGRAZ in der ‘Merkur-Siedlung’ am Pöstlingberg (gegenüber Schablederweg 1) eine Tiefgarage mitten in der Wohnsiedlung und im Grünland zu errichten. Der erste Versuch fand 2016 statt, das Projekt war damals um vieles größer. Doch auch die im Dezember 2024 eingereichte Garage mit 42 Stellplätzen und 22 Oberflächenparkern darüber legt den Verdacht nahe, dass die aktuelle Einreichung nur der erste Schritt für eine weitere Verbauung ist.  


Veralteter Bebauungsplan 

Grundlage für das Baurecht dieser stadtklimatisch schädlichen Tiefgarage ist der nicht mehr zeitgemäße Bebauungsplan N 32-17-01-00. So würde eine private Garage im Grünbereich sehr viel gewachsenen Boden (und kühlendes Potential) zerstören, enorm versiegeln, bestehende wertvolle Bäume vernichten und noch mehr MIV generieren. Denn: zusätzlicher Parkraum ist leider ein entscheidender Anreiz zur Nutzung des PKW´s - gerade auch für kurze Wege. All das steht im Widerspruch zu den neuen städtischen Klimaziele und dem Ziel der Klimaneutralität - eine Tiefgarage im Grünland ist daher kein öffentliches Interesse.


Rasch Neuplanungsgebiet verordnen

Um die wertvollen Grünflächen der Merkur-Siedlung dauerhaft zu schützen, bedarf es dringend einer Überarbeitung des veralteten Bebauungsplans. Ein Neuplanungsgebiet ist das geeignete Instrument, um dies zu tun. Die Forderung: „Bürgermeister und Planungsreferent Dietmar Prammer möge für den Planungsbereich des Bebauungsplans N 32-17-01-00 (‘Merkursiedlung’) ein Neuplanungsgebiet verordnen, um so eine stadtklimatisch zukunftsweisende und den aktuellen städtebaulichen Zielsetzungen entsprechende Entwicklung zu ermöglichen.“


Download des PLUS-Antrags:


Flächenwidmungsplan:


Bebauungsplan:

Link zum Download des PDF´s - (übrigens auf PLUS-Initiative und -Antrag möglich) https://webgis.linz.at/Bebauung/Bpl/N_32170100/BPL.pdf


Einreichung vom Dezember 2024

Die Garage selbst umfasst 1.046 m2, die Stiegenhäuser und Nebenräume rund 250 m2,

inklusive der Mauern (Brutto) würde die Garage rund 1500 m2 Grünland für immer und ewig versiegeln. Mit den Böschungen und Abgrabungen werden ca. 2.200 m2 vernichtet.


Aussendung der Initiative Merkur-Siedlung vom 4.4.2025:

Bewohner:innen der Merkur-Siedlung wehren sich gegen die unnötige, zerstörerische Tiefgarage.
Bewohner:innen der Merkur-Siedlung wehren sich gegen die unnötige, zerstörerische Tiefgarage.

Die betroffene Fläche, wertvolles Grünland in Luftbildern und Screenshots von Google Maps


Nicht schon wieder!

Bereits 2016 wollte die Versicherung eine riesige Tiefgarage und zwei Wohnbauten ins Grüne der Siedlung betonieren. Das wurde verhindert. Dank tatkräftigem Einsatz der Bewohner:innen. Hier die Presseunterlagen von 2016:


Pläne von 2016, die Ähnlichkeit der im Dezember 2024 eingereichten Tiefgarage mit diesem Projekt ist frappant:


Schon kurz nach Fertigstellung der Musikuniversität waren die vielen Parker in der Merkur-Siedlung ein Thema. Die Siedlung kann und soll nicht die Mobilitätsprobleme einer verfehlten Stadtplanung und Standortwahl der Universität reparieren: https://www.linza.at/parkplatz-chaos-bei-der-neuen-bruckner-uni-am-poestlingberg/


Stellungsnahme des Umweltanwalts

Aus Sicht der Umweltanwaltschaft entspricht das Vorhaben derzeit nicht den Vorgaben des Bebauungs- und Flächenwidmungsplans und ist daher nicht genehmigungsfähig.

"Der überwiegende Projektbereich außerhalb der Garagengrundflächen ist als „nicht mit Hauptgebäuden bebaubarer Teil des Bauplatzes“ (grün) ausgewiesen. Die beantragte Tiefgarage ist kein Nebengebäude, denn sie ist ja keinem Hauptgebäude zugeordnet. Die Wohngebäude im Umkreis haben Parkmöglichkeiten an der Straße und bedürfen nicht zwingend einer Garage und haben auf diese auch keinen unmittelbaren Zugriff. Die Tiefgarage ist somit ein Gebäude für sich, somit ein Hauptgebäude und als solches auf dieser Fläche laut Bebauungsplan nicht zulässig.

Da die Tiefgarage überdies für sich auch gewerblich betrieben wird – ihre Nutzung ist ja nicht mit den Wohnbauten zwingend verbunden -, handelt es sich um keine Wohnbaugebietsnutzung, sondern eine betriebliche Nutzung. Es würde also einer Änderung des Flächenwidmungsplans bedürfen. Aus Sicht der Oö. Umweltanwaltschaft ist daher die Errichtung einer gewerblich genutzten Tiefgarage auf dieser Fläche derzeit nicht möglich."


Medienberichte

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Autor:in: Linz+

4.4.2025

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