Lebensraum Urfahraner Hauptstraße - bitte warten. Seit bald 10 Jahren.
- linzplus
- 17. Dez. 2024
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 23. Feb.
Im Zuge der Bürgermeisterwahl fand am 17. Dezember 2024 eine Podiumsdiskussion zur Zukunft der Urfahraner Hauptstraße statt. Wieder einmal.
Denn das Projekt ist fast 10 Jahre alt. Pläne liegen seit 2016 auf dem Tisch: "Lebensraum Hauptstraße" entstand im Rahmen des von Lorenz Potocnik bereits 2016 initiierten Linzer Wettbewerbs für Stadtentwicklung und war das Gewinnerprojekt der Architekten Susanne und Matthias Seyfert. Die Idee wurde vom damaligen Planungsreferenten Markus Hein (FPÖ) aufgegriffen und gemeinsam mit Potocnik und den Architekten im Laufe eines Jahres konsequent weiterverfolgt. Es gab groß angelegte Informationsveranstaltungen, echte, Bürgerbeteiligung und erste konkrete Schritte. Die Umgestaltung der Reindlstraße stellt praktisch eine Vorarbeit für die Verkehrsberuhigung der Hauptstraße dar.
Im Gegensatz zum Stillstand in den letzten Jahren herrschte bei der Diskussion im Dezember plötzlich große Einigkeit und die Bekenntnis, in die Gänge kommen zu wollen. Denn bisher wurde um jeden Parkplatz gefeilscht, gebremst und blockiert. Vor allem von der ÖVP und der SPÖ. Den politischen Willen und die Vision, Urfahr ein attraktives Zentrum mit Aufenthaltsqualität und Shopping zu ermöglichen, fehlt bis heute. Die entscheidende Frage bleibt: Was passiert jetzt, nach der Wahl?
Podiumsdiskussion am 17.12.2024 in der Hauptstraße:
19.12.2024, OÖN:

Der Einkaufsstraße Charme zu verleihen und ein Erlebnis zu bieten, sei ein Gebot der Stunde. Darin waren sich alle einig. "Mit Parkplätzen werden wir es nicht schaffen", wollte sich aber Potocnik keinen Illusionen hingeben. Verkehrsproblem lösen, Erlebnisraum schaffen | Nachrichten.at
Viele Versprechungen - viele Bekundungen, doch was bleibt davon nach der Wahl?
Ein Wettbewerb mit echtem Veränderungswillen
Während viele Wettbewerbe der Stadt Linz oft als Alibiaktionen verpufften, setzte Lorenz Potocnik mit dem Innovationspreis 2016 ein klares Zeichen. Mit einem Preisgeld von 12.500 Euro und dem klaren Versprechen, die besten Ideen in den Gemeinderat einzubringen, bewies er echten Veränderungswillen.
Eines der prämierten Projekte war die Neugestaltung der Urfahraner Hauptstraße durch Seyfert + Architekturbüro 1. Das Besondere daran: Die Idee einer verkehrsberuhigten Hauptstraße ist nicht neu, wurde aber erstmals detailliert und durchdacht ausgearbeitet.
Testen statt zerreden – eine vertane Chance?
Die Innovation lag weniger in der Idee selbst, als in der Herangehensweise: Statt jahrelanger Planung, Simulationen und endloser politischer Verhandlungen sollte die Verkehrsberuhigung einfach für ein Jahr getestet werden – mit minimalem finanziellem und materiellem Aufwand. Diese pragmatische Kultur des Ausprobierens wäre für Linz ein echter Fortschritt. Statt sich in Theorien zu verlieren, könnte Stadtentwicklung 'agil' und mit der Alltagsexpertise der Bevölkerung und den Betroffenen selbst gestaltet werden. Die Verkehrsteilnehmer:innen würden selbst Teil des Prozesses – eine Chance, die nicht genutzt wurde.
Wie lange noch?
Trotz klarer Konzepte und positiver Beispiele aus anderen Städten ist die Urfahraner Hauptstraße auch neun Jahre danach, 2025, noch immer eine Verkehrshölle. LKWs, Busse, viel zu schmale Gehwege, wertvoller Raum, der durch parkende Autos verstellt wird. In der Luger-Ära wurde die Chance vertan, mutig neue Wege zu gehen. Wie viele Diskussionen braucht es noch, bis endlich gehandelt wird?

Verkehrsberuhigte Hauptstraße - Diese pragmatische „Testkultur“ ist in Linz längst überfällig. So kann Stadtentwicklung agil gestaltet werden, während gleichzeitig die Intelligenz der Verkehrsteilnehmer:innen aktiv mit einfließt.
Hier der Pressetext von damals zum Download:
Jurybegründung: Eines der drei Gewinnerprojekte 2016 war die Urfahraner Hauptstraße von Seyfert + Archtitekturbüro 1.
Das Projekt einer verkehrsberuhigten Hauptstraße in Urfahr wurde sehr sorgfältig ausgearbeitet. Diesen Grad an Planung gab es bisher für die nicht ganz neue Idee noch nicht. Die Innovation des Projekts besteht also nicht in der Idee selbst, sondern an der vorgeschlagenen Vorgangsweise: anstatt mühevoll und aufwendig jahrelang zu planen, zu simulieren und zu verhandeln, soll die Verkehrsberuhigung mit geringstmöglichen finanziellen und materiellem Aufwand einfach über ein Jahr getestet werden. Das entspricht einer (nicht nur in Linz) dringend notwendigen neuen Kultur des Ausprobierens und pragmatischen Handelns. Darüber hinaus kann so aber auch „agil“ Stadtentwicklung betrieben werden. Im Rahmen des Testens wird auch die Intelligenz der Verkehrsteilnehmer genutzt.
Plakat der Einreichung zum Download:



Medienberichte im Laufe der Zeit:
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Autor:in: Linz+
17.12.2024
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