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Fanmärsche - wer zahlt?

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  • 27. Feb.
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 18. März

Fußball ist ein wichtiger Bestandteil der (österreichischen) Sportkultur, identitätsstiftend, voller Emotionen und nicht zuletzt ein Wirtschaftsfaktor. Doch das Phänomen Fußball hat auch Schattenseiten, die wir nicht ignorieren können: So beeinträchtigen Fanmärsche die Allgemeinheit. Insbesondere bei "Hochrisikospielen" und Derbys werden die Stadt Linz und ihre Bürger:innen teils unzumutbar belastet. Polizeieinsätze, Straßensperren, stundenlange Betriebspausen der Straßenbahn, Lärm, Müll und Sachschäden im öffentlichen Raum verursachen hohe Kosten, die größtenteils von der öffentlichen Hand getragen werden. Zudem mindern Gewaltausbrüche und Vandalismus das so entscheidende Sicherheitsgefühl der Bevölkerung. 

Fanzug über die Landstraße


In Deutschland gilt deshalb seit dem 14. Jänner 2025 das Verursacherprinzip: Fußballvereine und wirtschaftliche Profiteure solcher Veranstaltungen müssen nun entstehende Kosten selbst tragen. Grundlage dafür ist ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts: https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2025/01/rs20250114_1bvr054822.html?nn=68080


Auch in Österreich sollte nach diesem Verursacherprinzip gehandelt werden. Es ist nicht nachvollziehbar, warum die Allgemeinheit für die Einschränkungen und erheblichen Kosten von Fanmärschen aufkommen soll, während die (durch verschiedene Förderungen bereits stark subventionierten) Vereine wirtschaftlichen Nutzen aus den Spielen und den dazugehörenden Veranstaltungen ziehen. 


In Zukunft sollen sich die Fußballclubs an entstehenden Kosten durch Fanmärsche, Polizeieinsätze und Schäden im öffentlichen Raum beteiligen müssen. Da dieses Ziel aber nicht mit einer einzelnen Maßnahme einfach so zu erreichen ist, mehrere Zuständigkeitsbereiche betrifft und auch über die städtischen Kompetenzen hinausgeht (u.a. Bund, Polizei, Linz AG) haben wir drei Beschlusstexte formuliert. 


Diese richten sich zuerst an das Innenministerium, um die notwendige gesetzliche Grundlage (nach deutschem Vorbild) für eine gerechtere Kostenverteilung bei Polizeieinsätzen für Fußballspiele zu ermöglichen. Weiters wird die zuständige Stadträtin für Stadtreinigung ersucht, für ein schnelles und gründliches Saubermachen nach den Fanmärschen zu sorgen. Drittens wird der Stadtrat für Sicherheit ersucht, gemeinsam mit der Polizei dafür zu sorgen, dass das  Sicherheitsgefühl der Bevölkerung erhöht wird. 


Vermüllte Straßen, Lärm, Sachschäden im öffentlichen Raum. Die Allgmeinheit leidet unter den Fanmärschen.


Darüber hinaus wird es aber Bemühungen vieler Player bedürfen, um die Allgemeinheit und die Stadt möglichst schadlos zu halten. So wäre es zum Beispiel wichtig, Betriebspausen der Straßenbahn wegen Fanmärschen auf der Landstraße zu vermeiden, indem die Marschrouten anders gelegt werden. In diesem Sinne ersuchen wir auch den Linzer Bürgermeister, sich der Sache persönlich anzunehmen. Und für eine gute Zusammenarbeit und echte Lösungen zu sorgen, die durch einzelne Gemeinderatsanträge und Resolutionen nicht zu erreichen sind.


Download des PLUS-Antrags:


+++ Ergänzende PLUS-Anfrage zum Antrag:



Medienberichte:

Sinnlose Gewalt - im Zuge von Fanmärschen: 25.2.2025, Krone: Warum es beim Fußball so oft zu Gewalt kommt





Ewald Tröbinger, 20 Jahre lang Kopf des Linzer Marathons:

28.2.2025, Krone

12.März 2025, OÖN

UPDATE, 14. März 2025: Fanmärsche - “Alles gut!” - Gemeinderat sieht keinen Handlungsbedarf!

PLUS-Antrag zur Kostenwahrheit bei Fanmärschen wurde von fast allen Fraktionen im Gemeinderat abgelehnt: Stadtpolitik hat nicht den Mut, die heiße Kartoffel anzugreifen und protegiert und subventioniert offenbar lieber ein paar tausend Fans und deren Clubs, anstatt sich für die eigene Stadt einzusetzen. 


„Fußball darf in Linz scheinbar alles“, kann es Gemeinderätin Brita Piovesan nur schwer fassen. "Praktisch der gesamte Gemeinderat will den Status quo bei Fanmärschen erhalten und sieht trotz des Schadens keinen Handlungsbedarf. Offenbar ist eine kleine Gruppe von ein paar tausend Fußballfans wichtiger als 214.000 Linzer:innen, sprich das Allgemeinwohl.” 


Download der PLUS-Presseaussundung:


Interessant: Link zur Aufzeichnung der Sitzung, der Redebeitrag und die Diskussion dazu ab 18:09 Uhr: https://archiv.yourvideo.tv/watch/?v=ck-72cfbecc7e51fc4acfe884e43 



13.3.2025, Ö1: In der Ö1 Diskussionsrunde vom 13.3. wird über Fußball und Fangewalt diskutiert https://oe1.orf.at/player/20250313/788190/1741867195000



Der Strafsenat der Fußball-Bundesliga hat Rapid Wien nach den Vorfällen in Hartberg mit einer Geldstrafe von 150.000 Euro und einer Sektorensperre für ein Heimspiel belegt. Betroffen sind die Fantribüne sowie angrenzende Sektoren neben dem Gästeblock. Rapid prüft nun das weitere Vorgehen.



Autor:in: Linz+

27.2.2025

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