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Bewohnerparken Linz: Hier braucht es Kostenwahrheit

  • linzplus
  • 1. Jan. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 21. März

In Linz kostet ein Anwohnerparkplatz nur 3,75 Euro pro Monat. Auf den Quadratmeter gerechnet sind das gerade einmal 30 Cent – ein Preis, der in keinem Verhältnis zu den tatsächlichen Kosten eines Stellplatzes im öffentlichen Raum steht. Das ist keine Kostenwahrheit, sondern eine versteckte und viel zu wenig diskutierte Subvention des motorisierten Individualverkehrs (MIV) durch die öffentliche Hand. Wie so vieles in Österreich.


Die „Autofahrer“ (die es so natürlich nicht gibt) – sind keineswegs die "Melkkühe der Nation", wie oft behauptet wird. Ganz im Gegenteil: Der MIV wird in Österreich auf vielen Ebenen subventioniert. Der Allgemeinheit kostet der MIV viel mehr. Dazu zählen unter anderem:

  • Pendlerpauschale – ein steuerlicher Vorteil für Autofahrer, unabhängig vom Einkommen.

  • Straßenbau und -erhaltung – inklusive Reinigung, Winterdienst und Sanierung.

  • Zersiedelungskosten – Mehrkosten für soziale und technische Infrastruktur durch den zunehmenden Flächenverbrauch.

  • Firmenautos und steuerliche Vorteile – Unternehmen können Autos steuerlich absetzen, was die Allgemeinheit mitträgt.

Studien zeigen: Die tatsächlichen Kosten des MIV übersteigen die Einnahmen aus Steuern und Abgaben deutlich. Wer zahlt also die Differenz? Die Allgemeinheit.


Mehr Info dazu:


Blick nach Wels: Ein Städtevergleich

Während Linz den öffentlichen Raum für einen Spottpreis zur Verfügung stellt, hat Wels längst nachgebessert. Dort kostet die Bewohnerparkberechtigung für die Gebührenzonen 1 und 2 256,40 Euro pro Jahr – für Nicht-Welser sogar 520 Euro. Die Preise wurden schrittweise angepasst, um der Realität näherzukommen. https://www.wels.gv.at/lebensbereiche/verwaltung-und-service/rechtliches/verkehrsrecht/bewohnerparkberechtigung/


Wer nutzt die öffentlichen Stellplätze wirklich?

Das oft gehörte Argument, dass sozial schwächere Haushalte auf günstige Stellplätze angewiesen sind, greift zu kurz. Es geht nicht um Einkommen, sondern um die Bauweise: Altbau versus Neubau. In den innerstädtischen Altbauten – oft in begehrten Lagen – wohnen eher wohlhabendere Haushalte, während sozial schwächere Gruppen eher an stark befahrenen Straßen oder in den südlichen Stadtteilen leben, wo es kein Parkplatzproblem gibt.


Worum geht es wirklich? Lebensqualität in der Stadt

Die Debatte sollte sich nicht um Gebühren drehen, sondern um die bessere Nutzung des wertvollen öffentlichen Raums. Städte wie Kopenhagen haben längst erkannt, dass Parkflächen in der Innenstadt besser genutzt werden müssen. Seit über zehn Jahren reduziert die dänische Hauptstadt jährlich 2 % der Oberflächenparkplätze. Die Lösung: Quartiersgaragen – moderne Hochgaragen am Stadtrand oder in ausgewiesenen Zonen.

Auch Linz braucht neue Lösungen. Stellplatzverordnungen gehören reformiert, der öffentliche Raum muss lebenswerter werden. Denn ein Auto steht im Schnitt 23 Stunden und 30 Minuten pro Tag – in einer dicht bebauten Stadt ist das keine sinnvolle Nutzung.

Es ist Zeit, das Stehzeug aus der Innenstadt zu verbannen – und endlich über eine gerechte Flächennutzung zu sprechen.


Mehr zum Thema:


19.3.2025, OÖN:




Autor:innen: Linzplus

21.3.2025

 
 
 

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